Verlage stellen sich vor: Der Psychosozial-Verlag

Der Psychosozial-Verlag publiziert psychologische, förderpädagogische und sozialwissenschaftliche Bücher und Zeitschriften. Die Schwerpunkte liegen auf den Gebieten Psychoanalyse, Psychotherapie, Beratung, Pädagogik und – wie der Name schon andeutet – auf der Verbindung zwischen psychologischen und sozialen Fragestellungen. 2019 wurde das psychotherapeutische Programm durch die Übernahme des Buch- und Zeitschriftenprogramms des Verlags CIP-Medien ergänzt. 
Entgegen dem herrschenden Trend zur fachspezifischen Einengung des Blickwinkels hat sich der Psychosozial-Verlag zum Ziel gesetzt, den Dialog zwischen den »Psycho-« und den »Sozio-Wissenschaften« und zwischen den verschiedenen helfenden Berufen neu zu beleben. Die Zusammenschreibung von »psychosozial« im Namen des Verlages hat kritisch-programmatischen Charakter.
Der Psychosozial-Verlag möchte mit seinen Publikationen einen Beitrag zur psychosozialen Versorgung sowie zur Inklusion, Anerkennung und Teilhabe leisten. Neben Praxisbüchern für klinische Psychologie, Förderpädagogik, sexuelle Bildung und Beratungswissenschaften stehen deshalb gesellschaftskritische und sozialpsychologische Publikationen – häufig mit emanzipatorischer Zielsetzung.

Deborah Levy: August Blau

Elsa M. Anderson ist eine berühmte Konzertpianistin. Doch als sie in Wien Rachmaninoffs 2. Klavierkonzert spielen soll, vermasselt sie es. Sie verlässt die Bühne, und ihre Identität als Wunderkind wird auf einen Schlag unstet. Drei Wochen später beobachtet sie auf einem Flohmarkt in Athen eine Frau, die zwei mechanische Tanzpferde kauft. Elsa fühlt sich auf sonderbare Weise mit der Unbekannten verbunden und hält sie für ihre Doppelgängerin. Sie beginnt die Frau zu suchen, mit ihr in Gedanken zu kommunizieren. Doch die Frau möchte sich nicht widerstandslos  zum Alter Ego machen und läuft Elsa in den Strassen von Paris davon. Und so versucht Elsa mithilfe und trotz ihres Doubles, ihrer Mütter, ihres Adoptivvater-Klavierlehrers, ihrer Liebsten und Schüler*innen ein neues Ich zu komponieren, ihre eigene Geschichte zu spinnen.

Deborah Levy: August Blau, aki 2023.

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Neu bei Diaphanes: zwei aufrüttelnde Klimaromane von J.G. Ballard

Bei unserem Kooperationsverlag Diaphanes sind zwei Titel von J.G. Ballard neu erschienen: «Die Flut» und «Die Dürre», in neuer Übersetzung aus dem Englischen von Helma Schleif. Die zwei Romane beschreiben die Auswirkungen einer Klimakatastrophe auf die menschliche Psyche in halluzinatorischen Bildern und gelten heute als Klassiker der dystopischen Literatur sowie als Vorläufer der «Climate Fiction».

J.G. Ballard: Die Dürre, Diaphanes 2023.
Auf der Erde breitet sich eine nie gekannte Dürre aus. Eine hauchdünne, widerständige Polymerschicht entstanden aus Industrieabfällen bedeckt die Ozeane und verhindert jedes Verdunsten des Meerwassers. Flüsse werden zu Rinnsalen, die Wälder stehen in Flammen und die unerträglich helle Sonne brennt auf die verdorrten Landschaften nieder. Während die meisten Menschen an die Küsten strömen, bleibt der Arzt Ransom mit wenigen anderen in der Stadt zurück. Das Klima verändert die zurückgebliebenen Bewohner und Gewalt und Verzweiflung breiten sich aus – während einige, in Einklang mit der apokalyptischen Wüstenlandschaft, ihre Erfüllung finden.

J.G. Ballard: Die Flut, Diaphanes 2023.
Durch den Verlust der Ionosphäre, des Schutzmantels der Erde gegen die Sonnen­einstrahlung, sind die Temperaturen gestiegen, die Polkappen geschmolzen, der ­Meeresspiegel steigt unaufhörlich. Europa ist ein sumpfiger Dschungel, bevölkert von Leguanen, Alligatoren und Moskitos, in dem ein Klima herrscht wie in der Kreidezeit. Während die Reste der Erdbevölkerung sich in die Polarregionen zurückgezogen haben, lebt Dr. Kerans in einem Luxusapartment im 10. Stock des Hotel Ritz über einem weitgehend überfluteten London, um zusammen mit anderen Wissenschaftlern die verbliebenen Landmassen zu kartografieren.

Hier können die beiden Bücher bestellt werden:

Die Dürre Die Flut

Autor*innen-Netzwerk «lokal lesen»

Das Autor*innen-Netzwerk «lokal lesen» nimmt sich zum Ziel, lokales Literaturschaffen sichtbarer zu machen. Autor*innen werden dazu eingeladen, der oft einsamen Schreibarbeit mal einen Moment zu entfliehen, um zusammenzukommen, sich auszutauschen, gemeinsam zu wirken. «lokal lesen» bietet Anlässe und Weiterbildungen an und öffnet Türen zu geteilten Räumen, die sich positiv auf das künstlerische Schaffen auswirken und in denen sich Schriftsteller*innen gegenseitig stärken können. Die Buchhandlung Labyrinth schätzt es sehr, dass «lokal lesen» bei uns tagt und mit einem Regal präsent ist.

Ebenfalls bei «lokal lesen» mit dabei ist Julia Rüegger. Am 8. November um 19.30 liest sie hier bei uns im Labyrinth aus ihrem Lyrikdebüt «einsamkeit ist eine ortsbezeichnung» und spricht mit Jelena Kern über ihre Gedichte und ihr literarisches Schaffen. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

FRIDAMagazin & Edition Frida

Gerne machen wir alle, die es noch nicht sind, mit dem FRIDAMagazin bekannt. FRIDA schreibt unabhängig und vertieft über Kultur und bringt eine vielfältige Auswahl an Stimmen aus Theater, Film, Kunst und Musik zusammen.

Auch die Literatur hat ihren Platz. Die chronische Vielleserin und Leiterin der BuchBasel Marion Regenscheit schreibt jeden Monat Buchempfehlungen für FRIDA. Auf besonderes Interesse bei uns im Labyrinth gestossen sind ihre Reflexionen zur Frage, weshalb eigentlich so viele Romanfiguren immer wieder schwimmen. Auch uns ist unlängst aufgefallen, dass aktuell erstaunlich viele Bücher erscheinen, die Strand, Freibad oder Wasser auf ihrem Cover haben. Ebenfalls bei FRIDA inklusive ist der hörenswerte Literaturpodcast «eins.sieben.drei». Darüber hinaus kommen in regelmässigen Abständen grossartige zeitgenössische Autor*innen zu Wort, deren Bücher im Labyrinth absolut gern gesehen sind: Emilia Roig, Kim de l’Horizon, Ariane Koch, Benjamin von Wyl, Simone Lappert, und andere.

Besonders empfehlen wir die vom FRIDAMagazin online geschalteten und nun als Buch erschienenen Porträts aus der Schweizer Performance-Szene. Elf Bühnenkünstler*innen wurden von FRIDA eingeladen, eine Performance-Anleitung zu entwerfen. Im Gegenzug widmete ihnen das Magazin allen ein Porträt. Für die Treffen konnten die ausgewählten Gäst*innen ein Essen nach ihrer Wahl bestimmen. Haute Cuisine, Lieblingsbeiz, Kebab-Bude, Picknick oder selber kochen: alles war möglich und das Ergebnis liegt nun in Buchform vor:

Chris Hunter, Matthias Balzer (Hg.): «Machs» Elf Porträts aus der Schweizer Performance-Szene, Edition Frida 2023.

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Hat’s in sich: der Literaturautomat!

Für alle, die unsere Buchhandlung zwar in-, aber noch nicht auswendig kennen; für alle, die bei uns in erster Linie Bücher abholen und sich dabei selten in die Tiefe des Labyrinths vorwagen; aber auch für alle, die Automatik entzückt:

Ganz hinten in unserer Buchhandlung steht er: der Literaturautomat. Mit lyrischen Texten sowie Kurzprosa vom Feinsten in seinem Innern wartet er auf seinen nächsten Tausch: ein paar Münzen gegen ein erlesenes Stück Literatur. Dieses präsentiert der Literaturautomat jeweils eingepackt in ein kleines Truckli sowie aufgeteilt in acht Karten. In seinem früheren Leben war er mit Zigarettenschachteln bestückt, heute ermöglicht er sowohl den Schreibenden als auch den Lesenden, neue Facetten von Literatur zu entdecken. Wir in der Buchhandlung erleben den Literaturautomaten als treuen Begleiter unseres Arbeitsalltags und zuvorkommenden Zuhörer während unserer Kaffeepausen.

Interessiert es Sie, was es mit diesem Literaturautomaten auf sich hat? Kommen Sie vorbei und finden Sie es heraus. Hier ist der Literaturautomat im Web zu Hause.

Labyrinth am Bildrausch 31. Mai – 4. Juni 2023

Kann Literatur die Welt verändern? Die Frage stellt sich auch für den Film – etwas bildstärker. Das diesjährige Filmfest Bildrausch steht unter dem Leitgedanken Truth and Other Lies. Wir alle sind Zeug*innen von Kriegen und Bedrohungen, vom Ringen um Identitäten, von der Polarisierung der Meinungen. Was können wir glauben? Wer garantiert die Fakten? Wir können wegschauen. Oder hinsehen und uns eine Meinung bilden. Das Sortiment des Labyrinths wie auch das Programm des Bildrauschs befassen sich mit drängenden, gesellschaftlichen Themen. Und so wollen wir dieses Jahr die Verbindung von Literatur und Kino aufzeigen. Wir gehen ans Bildrausch und bringen auch gleich unseren Büchertisch mit. 
Hier geht’s zum Festivalprogramm.

Das Bild ist eine Aufnahme des Films Sekai von Marina Tsukada.

Was für ein bewegender Abend!

An der Veranstaltung mit dem Titel «Versteckte Täter*innen – Angriff auf Familien» haben Menschen über ihre eigenen Erfahrungen geredet und von der Kraft des Durchhaltens erzählt. Was bedeutet es, wenn Kinder nicht mit ihren Eltern aufwachsen dürfen? Wie ist das möglich, dass Menschen ihr ganzes Leben für die Schweiz schuften und dann keinen einzigen Rappen Sozialversicherung sehen? Auch von Solidarität und von Widerstand war die Rede. Danke an alle Stimmen, die gestern miteinander im Gespräch waren. Merci fürs Übersetzen und Moderieren. Danke den Sans-Papier-Kollektiven und dem Verein Tesoro für eure politische Arbeit und dafür, dass ihr dranbleibt.

Organisiert wurde der Abend von der Zeitschrift «Widerspruch».

Buchvernissage: Literatur und Institutionen

Wie interagieren Literatur und Institutionen? Es sind Institutionen, in denen sich Literatur bewegt, sich formt, darin wächst, aufblüht, an denen sie sich reibt, sie vehement kritisiert, sich distanziert, sich verweigert. Zu diesem Wechselverhältis liegt im Hinblick auf die deutschsprachige Literatur der Schweiz neu ein Sammelband vor. Dessen Vernissage durften wir am 26. April 2023 im Labyrinth feiern. Vorgestellt haben das Buch diejenigen, die es ermöglichten: Die Autor*innen, die Lektorin, die Herausgeber. Es war ein wunderbar gestalteter Abend mit kurzweiligen Beiträgen, brilliant gerahmt von Guy Krneta und seinen Spoken-Words. Ein grosses Dankeschön an alle Beteiligten und an den Verein buch.kultur, der die Veranstaltung organisiert hat.

Dominik Müller, Ralph Müller, Daniel Rothenbühler, Hubert Thüring (Hg.): Literatur und Institutionen. Deutschschweizer Literatur zwischen Heteronomie und Autonomie. Chronos 2023. 

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