»Was Gliff bedeutet: Ein kurzer Augenblick. Eine leise Ähnlichkeit. Eine unverhoffte oder zufällige
Aussicht. Ein flüchtiger Blick. Ein unvermittelter Schauder. Ein Wink. Etwas Schlaf. Ein Anflug
von Krankheit, leichtes Angeschlagensein. Ein Hauch. Ein Schrecken. Ein Schock. Ein Beben. Ein
Wimpernschlag.«
„Es war einmal, in nicht allzu weiter Zukunft: Zwei Geschwister, Bri und Rose, müssen sich von
ihrer Mutter trennen, weil diese in einer weit entfernten Stadt Arbeit findet. Als die beiden nach
Hause kommen, entdecken sie eine Linie aus noch nasser roter Farbe, die ihr Grundstück
umgibt. Was hat das zu bedeuten, in diesem Land, das seine Einwohner mithilfe von
Technologie streng kontrolliert und völlig entmenschlicht? Bri und Rose jedenfalls vermuten
nichts Gutes und verstecken sich in einem leer stehenden Haus am anderen Ende der Stadt.
Dort treffen sie bald auf eine Gruppe von Widerständlern, auf ein Pferd namens Gliff, und auf
eine neue Form des Überlebens.
Wörter schreiben fest und ziehen Grenzen, sie sind Instrumente der Kontrolle. Aber sie öffnen
auch Fluchtwege. Das ist die Gegenmacht, die Ali Smith in «Gliff» entwirft. Wie sagt eine Figur im
Buch einmal: «Du ahnst nicht, welche Türen sich öffnen, wenn ein Wort den Weg aus einer
Sprache in eine andere nimmt.“ (WOZ)
Aus dem Englischen von Stefanie Jacobs
Luchterhand 2026

